Körper Seele und Geist sind ganzheitlich zu betrachten und zu behandeln - so heißt es heute in immer mehr Arztpraxen, Krankenhäusern und unzähligen Medien. Doch geht das überhaupt? Ist die ganze Einheit Mensch nicht viel zu komplex, um wirklich alles beachten zu können? Weiß der Mensch - in diesem Fall Patient - selbst denn alles von und über sich selbst? Niemand wird mit einem Tagebuch in der Hand geboren, das sich automatisch in jeder Sekunde seines Lebens aktualisiert.

Bei einem gebrochenen Arm, einem Herzinfarkt oder einer blutenden Wunde ist das auch nicht erforderlich; hier ist es offensichtlich was zu tun ist.

Mit Zahnschmerzen geht man zum Dentisten, für Rückenprobleme ist erstmal der Orthopäde zuständig, krampft es im Unterleib soll der Gynäkologe helfen. Sie alle werden zunächst nicht nach Ganzheitlichkeit vorgehen sondern ihre Apparate auspacken loslegen und hier und da auch handfeste Diagnosen stellen, die dann mit Salben, Schrauben oder Spritzen behandelt werden können.

Das hilft allerdings nicht in jedem Fall und spätestens jetzt kommt die Ganzheitlichkeit zum Tragen, die nicht nur Körper Seele und Geist vereinen will sondern auch alles um uns herum.

Hervorzuheben ist hier die Psyche, die als Ursache vieler körperlicher Beschwerden gilt. Aus dieser Sichtweise heraus wurde die Psychosomatik entwickelt.

und was ist das nun? Psychosomatik meint nichts anderes als dass die Seele (Psyche) krank oder ge- bzw. verstört ist und sich dies auf den Körper (soma) auswirkt. Es geht dabei dann um Gefühle wie Angst oder auch negative Erfahrungen, die man gemacht hat; aus denen heraus negative Emotionen erweckt werden und körperliche Beschwerden hervorrufen. Aber auch Belastungen anderer Art wie Stress sollen psychosomatische Beschwerden verursachen. Und die können quasi alles sein. Angefangen vom Haarausfall über Verdauungsbeschwerden bis hin zum großen Zeh, der aus unerfindlichen Gründen schmerzt. 

 

und geht auch andersherum? Eigentlich nicht. Oder aber die Somatopsychologie ist etwas spektakulär neues. Die Internetsuche allein ergab für somatopsychisch 3010 - für psychosomatisch 1.310.000 Ergebnisse. Ganzheitlich existiert in der Medizin also faktisch nur zu einem Bruchteil.

Ganzheitlich würde natürlich kein Verhältnis von 1:1 voraussetzen. Aber 1:435 halte ich für sehr auffällig. 

in der kritik..

..steht zwar eigentlich das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) zur wissenschaftlichen Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie; doch der besteht ja nun nicht aus Hausfrauen und Hobbypsychologen.